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— Webdesign

Baukasten oder Agentur: Wann Wix und Jimdo an ihre Grenzen kommen

Die Frage „Baukasten oder Agentur" wird fast immer als Qualitätsfrage gestellt: Ist das Selbstgebaute gut genug, oder braucht es Profis? In dieser Form führt sie in die Irre. Baukästen sind besser geworden, als ihr Ruf in Agenturblogs vermuten lässt, und mindestens zwei der üblichen Vorwürfe gegen sie halten einer Prüfung nicht stand.

Die Entscheidung hängt an etwas anderem. Wir bauen Websites selbst und verdienen damit Geld, deshalb sagen wir vorweg, wo wir stehen. Genau darum lohnt es sich, zuerst die Argumente auszuräumen, die nicht tragen. Was danach übrig bleibt, ist die eigentliche Frage. Alle Angaben in diesem Artikel haben den Stand Juli 2026.

Zwei Vorwürfe, die 2026 nicht mehr tragen

„Baukästen sind langsam." In den Felddaten des Chrome User Experience Report, also in echten Ladezeiten echter Besucher, bestehen Websites von Wix und Squarespace die Core Web Vitals häufiger als der Durchschnitt der WordPress-Installationen. Das ist ein Vergleich ganzer Plattform-Populationen und sagt nichts über eine einzelne, sorgfältig gebaute Seite aus. Als pauschales Argument gegen Baukästen ist es trotzdem erledigt. Wer es noch verwendet, zitiert meist Messungen aus 2019 und 2020.

„Mit einem Baukasten kann man kein SEO machen." Auch das ist überholt. Wix bietet einen Weiterleitungsmanager mit Massenimport, eine bearbeitbare robots.txt, Canonical-Tags und strukturierte Daten. Das ist ernstzunehmendes Handwerkszeug. Die Grenze liegt eine Ebene tiefer, nämlich beim Zugriff auf den Server selbst: eigene HTTP-Header, eigene Caching-Regeln, Kontrolle über den Rendering-Stack. Für die meisten Firmenwebsites ist das nicht der Punkt, an dem Rankings entschieden werden.

Wenn diese beiden Argumente wegfallen, bleibt die Frage: Was unterscheidet die Modelle dann wirklich?

Wann ein Baukasten die richtige Entscheidung ist

Ehrlich beantwortet: öfter, als Agenturen zugeben. Ein Baukasten passt gut, wenn

  • die Website eine Visitenkarte ist und kein Vertriebskanal, also Adresse, Leistungen und Kontakt zeigt, statt planbar Anfragen zu erzeugen,
  • das Budget klein ist. Ein sauberes Baukasten-Ergebnis schlägt eine unterfinanzierte Agenturwebsite deutlich,
  • Sie gerade gründen und erst herausfinden müssen, ob das Angebot trägt. Zum Validieren ist schnell und günstig richtig,
  • die Inhalte selten wechseln und niemand im Haus technisch zuständig sein will. Hosting, Zertifikate, Updates und Sicherungen laufen einfach mit.

Für deutsche Betriebe mit Datenschutzbedenken gegenüber US-Anbietern ist außerdem relevant, dass Jimdo ein Hamburger Unternehmen ist und einen Auftragsverarbeitungsvertrag bereitstellt. Das ist ein sachlich guter Ausgangspunkt.

Wer sich in diesen Punkten wiedererkennt, sollte kein Geld für eine gebaute Website ausgeben. Der Unterschied zeigt sich erst, wenn eine der Voraussetzungen kippt.

Die Grenze, die wirklich zählt

Ein Baukasten ist kein Kauf, sondern eine Miete. Das ist keine Wertung, sondern die Bauart: Baukästen sind Software as a Service, die Website läuft auf der Infrastruktur des Anbieters. Wix beschreibt das im eigenen Hilfecenter unmissverständlich. Dort heißt es, eine Wix-Website müsse auf den Servern von Wix betrieben werden, damit sie funktioniert, denn SaaS-Technik laufe nur auf der Infrastruktur des Anbieters. Einen Export der fertigen Website gibt es folglich nicht.

Wichtig ist die Nuance, die Wix an derselben Stelle ebenfalls festhält: Die Inhalte gehören Ihnen. Es ist also falsch, von enteigneten Daten zu sprechen. Texte, Bilder, Blogbeiträge und Produktlisten lassen sich herausholen, teils bequem als CSV-Datei. Auch Squarespace dokumentiert offen, was ein Export mitnimmt und was nicht, etwa dass Bilder sich nicht gesammelt herunterladen lassen.

Was Sie beim Wechsel verlieren, sind nicht die Inhalte. Es ist die Arbeit. Layout, Seitenstruktur, Formularlogik, Verlinkung, alles Gebaute muss neu entstehen. Prüfen Sie das für Ihren konkreten Anbieter und Tarif nach, statt sich auf Zweitquellen zu verlassen. Die Anbieter dokumentieren es selbst, und die Angaben ändern sich.

Der zweite Unterschied ist die Deckenhöhe. Ein Baukasten liefert eine gute Basis, die sich kaum verschlechtern lässt, aber auch kaum deutlich verbessern. Eine gebaute Website hat eine höhere Decke und einen tieferen Boden. Sie ist so gut wie derjenige, der sie baut. Was wir darunter verstehen, zeigen wir unter Webentwicklung und im Portfolio.

Was ein Umzug praktisch bedeutet

Diesen Teil beschreibt kaum ein Vergleichsartikel, weil Testportale Anbieter prüfen, aber keine Kunden umziehen. Aus der Praxis sortiert sich ein Wechsel so:

Kommt mit: die Domain, sofern sie auf Ihren Namen läuft. Texte. Bilder, meist einzeln heruntergeladen. Blogbeiträge, oft über den RSS-Feed. Produktdaten und CMS-Inhalte als CSV-Export.

Kommt nicht mit: das Layout. Formulare samt Empfängerlogik. Buchungs- und Terminfunktionen. Die Shop-Konfiguration. Angebundene Apps und Erweiterungen aus dem jeweiligen Marktplatz.

Macht die eigentliche Arbeit: die Adressen. Beim Wechsel ändert sich in aller Regel die URL-Struktur. Ohne eine vollständige Liste alter und neuer Adressen samt Weiterleitungen verlieren Sie Rankings und die Wirkung eingehender Links. Dazu kommen neu aufzusetzende Rechtstexte und ein neu eingerichtetes Consent-Banner samt Messung.

Für eine überschaubare Firmenseite mit acht bis zwölf Unterseiten ist das kein Großprojekt, aber es ist auch nicht an einem Nachmittag erledigt. Der Aufwand steckt selten in der Gestaltung, sondern in den Details: jede Adresse zuordnen, jedes Formular neu verdrahten, jedes Bild in brauchbarer Auflösung wiederbeschaffen. Was dabei entsteht, ist am Ende eine neue Website, keine umgezogene alte. Das ist die Rechnung, die man beim ersten Anbieterwechsel bezahlt und beim zweiten schon kennt.

Nichts davon ist dramatisch, wenn man es einplant. Unangenehm wird es, wenn der Wechsel unter Zeitdruck passiert, weil das Geschäft dem Werkzeug entwachsen ist. Genau dann fehlt die Ruhe für saubere Weiterleitungen, und genau dann kosten sie Sichtbarkeit. Wie eine Seite aussieht, die von Anfang an auf Anfragen gebaut ist, zeigen wir unter Webdesign. Wie ein solches Projekt abläuft, steht im Artikel Website erstellen lassen: der Ablauf, und was es kostet, unter Was kostet eine Website.

Auch Agenturen erzeugen Bindung

Es wäre unredlich, hier aufzuhören. Eine Agentur kann dieselbe Abhängigkeit erzeugen wie ein Baukasten, nur weniger sichtbar. Ein proprietäres System ohne Dokumentation, Hosting auf Agenturkonten, Nutzungsrechte, die nie schriftlich geregelt wurden: Das Ergebnis ist dasselbe, Sie kommen ohne den Anbieter nicht weiter.

Stellen Sie deshalb jeder Agentur diese Fragen, uns eingeschlossen:

  • Bekomme ich den Quellcode und den Zugang zum Repository?
  • Laufen Domain und Hosting auf meinen Namen oder auf Ihren?
  • Sind die Nutzungsrechte schriftlich, unbefristet und übertragbar geregelt?
  • Könnte ein anderer Dienstleister das System übernehmen, ohne neu zu bauen?
  • Was genau enthält die monatliche Pauschale, und was passiert, wenn ich sie kündige?

Wer darauf keine klaren Antworten gibt, verkauft Ihnen eine Miete und nennt sie Kauf. Wie wir arbeiten, steht unter Prozess.

Häufige Fragen

Was passiert mit meiner Seite, wenn ich das Abo kündige? Sie wird nicht gelöscht, sie verliert die Bezahlfunktionen. Bei Wix fällt die Website auf die Wix-Subdomain zurück und zeigt wieder Anbieter-Hinweise. Ihre Domain bleibt Ihnen, solange sie auf Ihren Namen registriert ist und Sie sie verlängern. Prüfen Sie deshalb einmal nach, auf wen die Domain tatsächlich läuft. Das ist der Punkt, an dem ein Wechsel entweder einfach oder mühsam wird.

Was sind die relevantesten Wix-Nachteile für ein wachsendes Unternehmen? Drei nachprüfbare Merkmale: Es gibt keinen Export der fertigen Website, das Template einer bestehenden Seite lässt sich nach Angaben von Wix nicht austauschen, und der Zugriff auf die Serverebene fehlt. Solange Ihre Seite im Rahmen des Systems bleibt, spüren Sie davon nichts. Relevant wird es, sobald Sie an Warenwirtschaft, CRM oder Kassensystem andocken oder die Seite grundlegend umbauen wollen.

Baukasten oder WordPress, wenn ich es selbst machen will? WordPress gibt Ihnen die Kontrolle zurück, verlagert aber Verantwortung zu Ihnen: Updates, Sicherungen, Sicherheit, Ladezeit. Wenn niemand im Haus das übernimmt, ist ein gepflegter Baukasten die realistischere Wahl als ein ungepflegtes WordPress. Die Population der WordPress-Seiten schneidet bei den Core Web Vitals im Schnitt genau deshalb schwächer ab.

Baukasten oder Agentur: die Frage, die weiterhilft

Nicht „Baukasten oder Agentur", sondern: Welchen Zeithorizont hat diese Website, und was kostet der Ausstieg, wenn er kommt?

Für eine Seite, die zwei Jahre lang eine Visitenkarte sein soll, ist ein Baukasten eine gute und günstige Antwort. Für eine Seite, die über Jahre Anfragen bringen, mit dem Betrieb wachsen und an andere Systeme andocken soll, zahlen Sie den Umzug irgendwann ohnehin. Dann ist es meist vernünftiger, ihn nicht zweimal zu zahlen.

Wenn Sie unsicher sind, in welche der beiden Situationen Ihr Unternehmen gehört, sehen wir uns Ihre Seite gern an. Auch dann, wenn die ehrliche Antwort lautet: Bleiben Sie, wo Sie sind. Direkt erreichbar sind wir über das Kontaktformular.

Sie haben eine Baukasten-Seite und sind unsicher, ob sie noch trägt?

Wir sehen sie uns kostenlos an und sagen Ihnen ehrlich, ob ein Wechsel sich lohnt, was ein Umzug bei Ihnen konkret bedeuten würde und wann Bleiben die vernünftigere Entscheidung ist.

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